Verein für Familienhunde & Therapiehunde e.V.
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VFT - gültige Zuchtordnung: aktuelle Fassung vom 7.8.2014

§ 1 Grundlagen der Zuchtordnung

Der VFT angeschlossene Züchter verpflichtet sich, das deutsche Tierschutzgesetz sowie die entsprechenden Tierhaltungsvorschriften einzuhalten.   Nur Mitglieder des VFT können eingetragene Züchter im VFT  werden. Jeder VFt-Züchter verpflichtet sich ein Bestandsbuch zu führen, unabhängig davon wieviel Tiere er in der Zuchtstätte führt. Der VFT angeschlossene Züchter verpflichtet sich bindend, nicht zeitgleich in anderen Vereinen die gleiche Hunderasse oder eine Variation der Rasse zu züchten, sowie keinesfalls Hunde- und Welpenhandel zu betreiben, oder Welpen an Hundehändler / Zoogeschäfte zu verkaufen.

 

 

§ 2 Pflichten des Züchters

Züchter im VFT ist, wer nach erfolgtem Antrag auf Zwingerschutz im VFT seine Zwingerschutzurkunde erhalten hat.

Als Züchter eines Wurfes gilt der Eigentümer der Hündin zum Zeitpunkt der Belegung, es sei denn es wurde eine Hündin in Zuchtmiete genommen (hierüber ist vor der Belegung der Hündin ein Zuchtmietvertrag abzuschließen).

Die Zucht hat in der Zuchtstätte/ Räumlichkeit des gemeldeten Zwingers zu erfolgen, die Aufzucht in einer anderen Zuchtstätte (wg. Krankheit etc.) ist genehmigungspflichtig. Jeder Wurf muss innerhalb von acht Tagen bei dem zuständigen Zuchtwart und bei der Zuchtleitung gemeldet werden.

Die Rufnamen eines Wurfes müssen mit dem gleichen Anfangsbuchstaben beginnen.    

Der erste Wurf eines Züchters (nicht einer Hündin!) beginnt mit dem Anfangsbuchstaben A, der zweite Wurf mit B, usw.

 

§ 3 Zuchtstättenabnahme/-kontrolle

Jede Zuchtstätte wird bei der ersten Wurfabnahme durch einen Zuchtwart des VFT begutachtet und bewertet. Der Zuchtwart berät und unterstützt den Züchter hinsichtlich seiner Zuchtarbeit und Zuchtstätte.

Der Züchter kann über das Ergebnis der Zuchtstättenabnahme eine Urkunde und ein Schild mit Prüfplakette erwerben.  Die Zuchtstätte wird alle 2 Jahre erneut kontrolliert. Es kann bei Verdacht oder Beschwerden durch einen Zuchtwart des VFT unangemeldet kontrolliert werden. Der Züchter hat dem Zuchtwart Zugang zur Zuchtstätte  und ihm Einblick in das Zwingerbuch zu gewähren.

 

§ 4 Zuchttauglichkeitsprüfung (ZTP)

Im VFT dürfen nur Hunde zur Zucht eingesetzt werden, die durch den VFT oder einen VFT-anerkannten Verein zuchttauglich geschrieben wurden . Die Zuchttauglichkeitsprüfung hat prinzipiell vor dem ersten Zuchteinsatz zu erfolgen. Zuchttauglichkeiten anderer Vereine werden selbstverständlich anerkannt. Es besteht Bestandsschutz für aus anderen Vereinen wechselnden Zuchttieren.

Die Begutachtung zur Zuchttauglichkeit kann auf einer Zuchtschau oder auf Antrag auch außerhalb durch einen Zuchtrichter erfolgen, nachdem alle notwendigen Untersuchungsergebnisse vorliegen und vom Eigentümer des Hundes beigebracht wurden.

Sollte die ZTP außerhalb einer Zuchtschau erfolgen, so sind die anfallenden Auslagen und  Gebühren dem Zuchtrichter vom Züchter zu erstatten.

Bereits erlangte Titel und Championate die der Hund von anderen Vereinen und Verbänden erhalten hat, werden grundsätzlich anerkannt.

 

§ 5   Grundvoraussetzungen für die Zuchttauglichkeit und Zuchtzulassung.

a) Das Mindestalter für Hündinnen von Kleinrassen unter 45cm Schulterhöhe beträgt 15 Monate.

    Das Mindestalter für Hündinnen von Großrassen über 45 cm Schulterhöhe beträgt 18 Monate.

 

b) Das Mindestalter für Rüden von Kleinrassen unter 45 cm Schulterhöhe beträgt 12 Monate.

    Das Mindestalter für Rüden von Großrassen über 45 cm Schulterhöhe beträgt 15 Monate.

 

c) Grundlegend zur Zuchttauglichkeitsprüfung muss der Hund

  • mindestens einmalig einem Zuchtrichter vorgestellt worden sein und eine V (vorzüglich) Bewertung erhalten haben. Es werden Ausstellungsergebnisse anderer Vereine anerkannt.

  •  nach dem 1.1.2014 zur Zuchtzulassung ein DNA-Profil vorweisen.

 

d) Für Großrassen über 45 cm Schulterhöhe ist eine HD- und ED- Auswertung Pflicht.

    Für Kleinrassen unter 45 cm Schulterhöhe ist eine PL-Untersuchung Pflicht.

 

e) Hunde von Großrassen mit der Hd-Auswertung HD-C oder schlechter sowie Hunde mit PL-Befund Grad 2 oder schlechter dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden.

Verpaarungsmöglichkeiten:

HD-B darf nur mit HD-A verpaart werden.

ED 1 darf nur mit ED - 0 verpaart werden.

PL 1 darf nur mit PL - 0 verpaart werden. Eine Zuchtauslese zur Zuchtzielsetzung PL Grad 0 wird angestrebt.

Zusätzlich werden weitere rassespezifische Untersuchungen im Anhang der Zuchtordnung aufgelistet.

 

Röntgenuntersuchungen werden ab einem Alter von 12 Monaten anerkannt.

 

f) Farbschläge, die in einer Rasse neu auftreten und zur Zulassung zur Zuchtzulassung beantragt werden, werden nur dann zur Zucht zugelassen, wenn aufgrund des Erbgangs keinerlei negative Einschränkungen des Genpools zu erwarten sind, keinerlei Defekte bekannt sind, die bei ordnungsgemäßer Zucht des Farbschlages mit diesem einhergehen und der Genpool der Rasse in seiner Breite erhalten bleibt. Eine Zucht auf reine Modefarben beim Hund wird nicht unterstützt.

 

g) Zuchtvorschriften für Merleverpaarungen gültig für alle Rassen:

Zuchtverbote:

Merle x Merle = verboten,

Merle x Schecken mit mehr als 25% Weißanteil = verboten,

Merle x Creme oder  Weiß = verboten,

Merle x zobel/ zobel-weiß = verboten,

Merle x brindle = verboten,

Merle x blau = verboten,

Merle x lilac = verboten 

Zuchterlaubnis:

Merle x black/ black tri/ black & tan = zugelassen,

Merle x schoko,schoko & tan, red, red tri = zugelassen,

Merle x Minimal-Schecken (schwarz oder schoko)  mit Weißanteil unter 25%= zugelassen

 

Verstöße gegen die Verpaarungsvorschriften des Merlefaktors werden nach Maßgabe der Zuchtleitung mit Zuchtsperre oder Zuchtausschluss geahndet.

 

 

§6   Häufigkeit und Dauer der Zuchtverwendung

Bei der Häufigkeit der Zuchtverwendung hat der Züchter mit großer Verantwortung den körperlichen und seelischen Zustand der Zuchthündin zu berücksichtigen. Eine Hündin darf bei zwei aufeinanderfolgenden Hitzen belegt werden sofern sie im letzten Wurf nicht mehr als 8 Welpen großgezogen hat ( bei Kleinrassen unter 35cm im letzten Wurf nicht mehr als 5 Welpen großgezogen hat). 

Die dritte Hitze muss grundsätzlich ausgesetzt werden.

Hündinnen scheiden spätestens mit vollendetem siebten Lebensjahr (7.Geburtstag) aus der Zucht aus.

Rüden scheiden mit vollendetem 10 Lebensjahr  (10.Geburtstag) aus der Zucht aus.

Rüden dürfen maximal 52 x pro Jahr zur Zucht herangezogen werden. Deckakte sind dokumentationspflichtig durch den Deckrüdenbesitzer.

 

§ 7 Inzucht/ Linienzuchtverpaarungen

Inzestverpaarungen (Vater-Tochter, Mutter-Sohn, Voll-Geschwister untereinander) sind nicht  gestattet.

Bei Zuwiderhandlung werden den Welpen keine Ahnenpässe ausgestellt.

Halbgeschwisterverpaarungen sind genehmigungspflichtig . Die Sondergenehmigung muss schriftlich unter Angabe von Gründen bei der Zuchtleitung beantragt werden.

Linienzucht zur Verstärkung positiver Rassemerkmale wird, bei genauer Kenntnis der Rasse und Linien und nachvollziehbarer Begründung durch den Züchter, von der Zuchtleitung genehmigt.

 

§ 8 Wurfabnahmen durch den VFT

Die Wurfabnahme wird durch einen Zuchtwart des VFT, des Dachverbandes oder eines befreundeten Vereines vorgenommen und darf erst nach dem Chippen der Welpen erfolgen.

 

Die Kosten der Wurfabnahme hat der Züchter dem Zuchtwart in bar bei der Wurfabnahme zu erstatten.

Jeder Wurf muss innerhalb von 8 Tagen nach dem Wurfdatum dem Zuchtwart und der Zuchtleitung gemeldet werden!
Der Wurfmeldeschein plus benötigte Unterlagen muss bis zur 12. Woche nach dem Wurfdatum bei der Zuchtbuchstelle eingereicht werden!

 

Alle Welpen müssen bis zur Wurfabnahme einmalig geimpft, entwurmt und ordnungsgemäß gechipt sein.

Die Welpen müssen bis zur vollendeten 8. Lebenswoche bei der Mutterhündin verbleiben.

Die Welpen aus Kleinstrassen müssen bis zur vollendeten 10. Woche bei der Mutterhündin verbleiben.

Der Züchter haftet für den einwandfreien gesundheitlichen Zustand seiner Welpen zum Zeitpunkt der Übergabe

Bei Abgabe von Welpen mit gesundheitlichen oder körperlichen Mangel besteht eine Mitteilungspflicht gegenüber dem Käufer. Der Mangel muss im Kaufvertrag schriftlich festgehalten werden, es ist ein Welpenübergabeprotokoll zu erstellen (Vordruck vom VFT)

Als Mängel gelten z.B. Knickruten, Entropium, Ektropium, Kryptorchismus, Monorchismus, etc.

 

§ 9 Verstöße gegen die VFT Zuchtordnung

Verstöße gegen die ZO werden auf Antrag der Zuchtleitung je nach Schwere und Häufigkeit des Verstoßes, durch den Vorstand geahndet. Der Züchter wird entweder verwarnt oder es wird eine zeitbegrenzte oder dauernde Zuchtsperre für seine Zucht verhängt. Hierzu kann der VFT Ahnentafeln einziehen oder sperren.

 

§10

Die VFT- Zuchtordnung tritt ab dem 07.08.2013 in Kraft und ist gültig in Ihrer aktuellen Fassung vom 7.8.2014

 

§11

Änderungen an der Zuchtordnung sind durch die Zuchtleitung zu beantragen und durch Beschluss des Vorstandes möglich.

 

Sterup, 07.08.2014
 für den Vorstand: S. W. Nordmeier

 

 

 

Untersuchungsvorschriften als Anlage zur VFT-Zuchtordnung

 

Falls nicht anders angegeben sind folgende Untersuchungen zur ZTP vorgeschrieben:

 

Appenzeller Sennenhund

Ektopischer Ureter.

PRA Gentest empfohlen, PL empfohlen

 

Australian Shepherd (Standard & Miniature & Toy)

Augenuntersuchung ophtalmoskopisch

MDR -1 Gentest Träger dürfen nur mit Nichtträgern verpaart werden.

HSF4 Katarakt Gentest Träger sind von der Zucht ausgeschlossen

PRCD-PRA Gentest Träger dürfen nur mit Nichtträgern verpaart werden.

Welpen sind ab der 7. Woche auf Augenerkrankungen zu untersuchen.

 

 

 

 

 

Cavalier-King-Charles-Spaniel

Herzultraschalluntersuchung

 Syringomyelie  & Arnold Chiari Maldeformation

 

 

 

Chihuahua

Syringomyelie  & Arnold Chiari Maldeformation Gentest wird empfohlen

 

 

Dalmatiner

 Audiometrie Test (Hörtest)

PRA ophtalmoskopisch

 

 

Deutscher Boxer

 Herzultraschall

 Unbedenklichkeitsbescheinigung eines Fachtierarztes für Augenheilkunde

 

 

Entlebucher Sennenhund

 

 Ektopischer Ureter.

PRA ophtalmoskopisch

 

 

Französische Bulldogge

Patella Luxation

Keilwirbelbefund

bei 3 oder mehr Keilwirbeln Zuchtverbot

Entropium

Ektropium

Herzultraschall

 Syringomyelie & Arnold Chiari Maldeformation Gentest wird empfohlen

Maligne Hyperthermie wird empfohlen

 

 

 

 

 

 

Gordon Setter

 PRA

 

Großer Schweizer Sennenhund

 OCD  Schulter

PRA ophtalmoskopisch

 

 

Irish Red Setter

CLAD Canine Leukozypten Adhäsionsdefizienz

 Katarakt optalmoskopisch, Gentest wird empfohlen

PRA ophtalmoskopisch, Gentest wird empfohlen

 

 

 

Malteser

empfohlen wird: Syringomyelie & Arnold Chiari Maldeformation

 

 

 

Mops

empfohlen wird: Maligne Hyperthermie

 empfohlen wird: Mopsencephalitis

 

 

Pudel (Zwerg)

 

empfohlen wird: Syringomyelie & Arnold Chiari Maldeformation

 

 

Retriever Allgemein:

HC hereditärer Katarakt

PRA Progressive Retina Atrophie

RD  Retinadysplasie

( opthalmoskopisch durch Fachtierarzt für Augenheilkunde)

Entropium

Ektropium

 

 

 

Curly-Coated Retriever

 EIC Gentest Träger müssen mit Nichtträgern verpaart werden

 

 

 

Flat Coated Retriever:

 Patella Luxation (PL)

Goniodysplasie  oder primäres Glaukom

 

 

 

Golden Retriever

PRCD-PRA Gentest Träger dürfen nur mit Nichtträgern verpaart werden.

 

 

Labrador Retriever

 Myopathie Gentest. Träger dürfen nur mit Nichtträgern verpaart werden.

  EIC Gentest Träger dürfen nur mit Nichtträgern verpaart werden.

 PRCD-PRA Gentest Träger dürfen nur mit Nichtträgern verpaart werden.

 

Tibet Terrier

empfohlen wird: NCL & PLL

vorgeschrieben: PRA  ophtalmoskopisch

 

 

 

 

 

Rhodesian Ridgeback

 Hämophilie - Gentest

Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung hinsichtlich Dermoid Sinus eines Tierarztes ist beizubringen.

 

 

 

 

 

 

Yorkshire Terrier

Syringomyelie (SM) & Arnold Chiari Maldeformation (CM)

Hunde mit neurologischen Auffälligkeiten sind von der Zucht auszuschließen

 

 

 

Rassen und Farbschläge die im VFT keine Aufnahme finden:

Nicht in das Zuchtbuch des VFT aufgenommen werden:

 

Herdenschutzhunde und andere Rassen, die aufgrund ihrer Triebigkeit, ihres Territorialverhaltens oder Aggressivität nicht für die durchschnittliche Familie bzw. nur selten für die therapeutische Arbeit geeignet sind wie z.B.: Scarplaninac, Owtscharka etc.

 

 

Nicht zur Zucht im VFT zugelassen werden folgende Farbschläge oder Rassevarietäten, die in letzter Zeit in manchen Vereinen Aufnahme fanden:

 

Australian Shepherd - gelb

Boxer - weiß

Bulldoggen -merle, blau

Mops  -  blau,

Yorkshire Terrier - biro

 

 

Für Hunde mit geringgradigen Farbfehlern (minimal weiß überzeichnete tricolours beim Collie z.B.) kann, bei ansonsten hervorragendener Qualität, abweichend vom Rassestandard eine ZTP mit Einschränkung erteilt werden, welche dann jedoch die Kriterien der Farbwahl beim Deckpartner vorschreibt.

 

 

 

Kontakt:

Hauptgeschäftstelle:

 

Nieharde 1

24996 Sterup

mail an:

vft-vorstand@gmx.de

 

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